Die Aufopferung der Japaner ist fast sprichwörtlich - Aber bleibt das auch so? Oder ist die Abkehr von dieser (Wirtschafts) Philosophie schon beschlossene Sache?
Antworten gibt unsere Wirtschaftsredaktion!
Es ist wirklich erschütternd, wenn man bedenkt, wieviel Geld Japan seit 1989 verloren hat.
Wenn man nur die Aktienbörsen-Verluste und sinkenden Immobilienwerte zählt und die verloren gegangene Produktion noch nicht einmal berücksichtigt, haben sich so an die 15 Trillionen $ in gegenwärtigen Dollars in Luft aufgelöst.
Um das in die rechte Perspektive zu setzen: Das ist das mehr als das Doppelte der ungefähr 6,5 Trillionen $, die die jetzt erschreckten Japaner in sicheren Bankkonten geparkt haben.
Aber diese Konten verdienen im Grunde genommen null Zinsen. Es ist somit unmöglich, Zinseszinsen mit ihnen auflaufen zu lassen.
Die Japaner hängen an ihnen, weil die meisten der Preise, die sie zahlen, wenn auch nicht alle, sich in den letzten 16 Jahren so gut wie gar nicht bewegt haben, und viele Dinge sind bloß ein Bruchteil dessen, was sie einst waren.
Außerdem hat bislang keine moderne Gesellschaft diese Art absoluter Deflation derart lange erlitten. Es hat sehr viele falsche Hoffnungen gegeben, aber bis jetzt sind sie alle eingegangen.
Ich wollte sehen, wie eine Gesellschaft unter solchen Bedingungen reagiert. In vieler Hinsicht ähnelt ein eingehender Besuch Japans dem Besuch eines anderen Planeten.
Grundsätzlich geht das Leben weiter wie zuvor. Aber direkt unter der Oberfläche bekommt man mit, dass es Veränderungen gegeben hat.
Die Japaner hatten über die Jahre das Bewusstsein entwickelt, eine lebenslange Anstellung im Austausch für ihre Loyalität ihrer Firma gegenüber zu erwarten.
Aber diese Erwartung gibt es nicht mehr. Für die Japaner war dies zutiefst besorgniserregend.
Die Vorstellung, von ihren Gesellschaften getrennt zu werden und ihre Arbeitsplätze zu verlieren, ist derart verstörend, dass es inzwischen möglich ist, folgendes, fast bizarr anmutendes Verhalten zu beobachten:
Seit Mitte der 90er Jahre fangen japanische...
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